Biographie

Marco Rota

Marco Rota wurde am 18. September 1942 in Mailand (Italien), der Wiege der italienischen Comicproduktion, geboren. Als Kind las er viele Comics, illustrierte Bücher und Zeitschriften. Er liebte besonders die Disney-Figuren. Im Alter von sieben Jahren lernte Rota die Comics von Barks kennen, denn in einer der ersten

Ausgaben des Topolino-Magazines, welches damals noch vom Verlag „Arnoldo Mondadori“ herausgeben wurde, erschien die barksche Geschichte „Das Gespenst von Duckenburgh“. Marco Rota erinnert sich heute noch daran, wie er sich vor den Gespensterszenen gegruselt hat. Ursprünglich wollte Rota Ingenieur werden, doch schon damals hatte er das Talent zu zeichnen und zu skizzieren, dass er sogar in der Schule von Lehrern aufgefordert wurde, etwas an die Tafel zu zeichnen. Die

Zeichnungen seien wohl so schön gewesen, dass selbst der Mathelehrer lieber eine linierte Tafelhälfte benutzte, als die Zeichnungen des kleinen Marco wegzuwischen.

Mit 15 Jahren besuchte er Abendkurse am „Art Institute of the Castle“. Marco Rota kam nach seinem Schulabschluss in Kontakt mit dem damalig größten Comicverlag „Dardo“, dessen Büro in Mailand war, nachdem er zeitweise in verschiedenen Trickfilm-Studios gearbeitet hatte.

Mit 16 Jahren erhielt er seinen ersten eigenständigen Auftrag: Er sollte einen Comic zeichnen, der in der Reihe „Steve Morgan – der Trapper“, ein Western, der in einem speziellen Format, welches in den USA oft für Werbecomics und Zeitungsstrips verwendet wurde, allerdings in Italien nicht so beliebt war, erschienen ist und dessen geistiger Vater Andrea Lavezola ist. Diese Reihe wurde jede Woche auf den letzten vier Seiten der Comic-Zeitschrift „Capitan Miki“ veröffentlicht. Sein Steve-Morgan-Comic hieß übrigens „Steve Morgan il trappolare“, zu Deutsch „Steve Morgan, der Fallensteller“.

1961 verließ Marco Rota den Verlag „Dardo“ und arbeitete als Vollzeit-Illustrator. Er veröffentlichte unter
anderem Zeichnungen für das Automobilmagazin „Automobili di ierie oggi“, welches vom gleichen Verlag, „Arnoldo Mondadori“, der auch das „Topolino“ herausbrachte, veröffentlicht wurde. Für diesen Verlag zeichnete er auch Superman- und Batman-Comics, sogar erotische Comics wurden von ihm gezeichnet, bis er im Jahr 1974 zum Art Director befördert wurde. Seine erste Aufgabe bei Topolino war es, einen Kalender, welcher als Beilage für das Topolino Nr. 527 erschienen ist, zu gestalten.

1965 traf er in Mailand Walt Disney persönlich und 1975 traf er in Burbank (Kalifornien)
den berühmten Micky Maus-Zeichner Floyd Gottfredson und Carl Barks, seinen „geistigen Ziehvater“.
Eine von Marco Rotas frühsten Arbeiten für Disney war eine Darstellung von Donald und seinen Neffen, die zusammen im Auto „313“ sitzen. Sinn dieser Darstellung war Werbung für die Firma Politoys, die unter anderem Autos der Entenhausner herstellten, die jetzt sehr selten sind und mit höchsten Preisen gehandelt werden.


Rota entwarf für diese Firma auch Skizzen zu jedem Auto, erst Donalds 313, dann Dagoberts protzige Limousine und dann Mickys Auto. Diese Skizzen waren auf den Millimeter genau gezeichnet.

Auch eins von Marco Rotas frühsten Disney Werken waren Gamma-Geschichten, die bisher nur in Italien erschienen sind. In diesen Geschichten ist die Rolle Gammas die eines Lehrers, der den Kindern, meistens Tick, Trick und Track, naturwissenschaftliche Themen beibringen soll, zum Beispiel den Aufbau des menschlichen Körpers.

1971 zeichnete Marco Rota seine erste Disney-Geschichte, „Der Tiger mit der blauen Schleife„.
Für die Geschichte „Sturm im Geldspeicher“ lieferte er erstmals Skript und Zeichnungen.

1972, als in München die Olympischen Spiele stattfanden, wurde er von der Internationalen
Disney Company beauftragt, einen Comic zu zeichnen, der in dieser Zeit veröffentlicht werden sollte. Dabei handelte es sich um den Comic “
Operazione olimpiadi (tavole di raccordo)

Schon zu dieser Zeit hatte Marco Rota einen gewissen barksartigen Stil: Noch heute ist er der „barkigste“ von allen italienischen Zeichnern. Marco Rota zeichnete jetzt immer noch Werbecomics mit den Ducks, unter anderem für Zahnpastafirmen.

Als im Jahre 1988 der Vertrag für die Disney Lizenzen beim Verlag „Arnoldo Mondadori“ nicht mehr verlängert wurde und diese Lizenzen an den damals neu gegründeten Verlag „Walt Disney Company“ weitergegeben wurden, entschied sich Marco Rota dazu, beim Verlag Arnoldo Mondadori zu bleiben und dort wieder kleinere Illustrationen zu zeichnen und neuen Serien, unter anderem Comics mit dem kleinen Küken namens Calimero, welches in Italien sehr populär geworden ist, zu entwickeln.

Erst 1990 wechselte er den Verlag und ging zu Egmont, wo er wieder begann, Disneyabenteuer zu zeichnen und seine Donegalsaga weiterzuführen, die 1975 ihren Anfang hatte (siehe Donegal Duck).
1996 verlieh ihm der Bürgermeister von Varigotti an der Ligurischen
Küste die Ehrenbürgerschaft, denn in dieser Stadt spielt sein berühmtes Album von 1983 „Paperino e la notte del saraceno“ , welche als erste Disney-Geschichte überhaupt galt, die 1984 vom „European Language Institute“ in Recanati, Italien, ins Lateinische übersetzt wurde.

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Marco Rota lebt jetzt mit seiner Frau Franca, seinem 23-jährigen Sohn Stefano, einer Katze und neun Schildkröten in San Zenone al Po, einem kleinen Dorf an dem Fluss Po, seitdem Jahr 2000. Sie bewohnen ein schlossartiges Haus aus dem späten 18. Jahrhundert. Das Haus mit seinen rund 25 Räumen, den großen offenen Kaminen, alten Möbeln, dem Weinkeller, einem Springbrunnen und einem ausgestopften Leoparden kommt einem zweifellos wie ein Schloss vor, außerdem hat Marco Rota ein Sklett vom alten Hausherren in seinem Atelier aufgestellt. Es erinnert doch sehr an das Schloss aus der barkschen Geschichte “ Das Gespenst von
Duckenburgh“

Rotas Storys überzeugen mit vielen Details und Hintergründen teilweise bombastischen Ausmaßes. Dabei ist der Fokus jedoch im Gegensatz zu beispielsweise Don-Rosa-Zeichnungen deutlich stärker puristisch geprägt und liegt damit auf der Haupthandlung.

Don Rosa sagte über ihn: „Ich gäbe alles dafür, so wunderbar zeichnen zu können wie Marco Rota!“.

Rotas Zeichenstil ist alles in allem sehr filigran und beruht auf einer großen Harmonie in den Bildern. Kontrast verwendet er äußerst selten, stattdessen fließen die Zeichnungen wie in einem gut inszenierten Bild ineinander. Seine Enten haben bei ihm einen höheren und schmaleren Kopf als sonst. Er gilt als einer der bestausgebildeten und talentiertesten derzeitigen Disneyzeichner.

Sein grundsätzlicher Zeichenstil zeigt sich geprägt von Floyd Gottfredson, Paul Murry und Al Taliaferro, aber vor allem Carl Barks. Im Erzählstil prägt er dagegen eine ganz eigene Richtung.

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